Erfahrungsbericht Wudang München
[Autor: Jules, Juli 2010]
| Meine Begeisterung für Kampfsport jeder Art begann schon in frühester Kindheit, doch den Schritt mich in einem Kampfsportverein anzumelden habe ich erst mit 13 Jahren gemacht. Über einen Freund kam ich zum Judo, verlor jedoch schnell die Lust daran, da mich diese Kampkunst nicht wirklich fesseln konnte, und verließ den Verein nach dem gelb-weißen Gurt. Es folgte daraufhin ein Probemonat in Karate, ein Jahr Fechtunterricht und ein halbes Jahr Tae-Kwon Do, doch niemals fand ich den Willen, einen Kampfsport ernsthaft durchzuziehen. | ![]() |
| Dann kam ich durch einen Zufall zum Wudang Pai. Ich habe bei Freunden Urlaub gemacht, die in Köln Wudang trainierten und mich zum Spaß an der Freude mitmachen ließen. In der kurzen Zeit die ich dort verbracht habe hatte ich das Gefühl mehr zu lernen als in all der Zeit, die ich mit anderen Kampfkünsten verbracht habe, doch in meiner damaligen Heimat im Landkreis Fulda gab es leider keine Möglichkeit, mich in Wudang Pai unterrichten zu lassen, und so begrub ich diese Idee für knapp 3 Jahre, bis das Schicksal mich und Wudang wieder zusammenführte. |
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Nachdem ich schon eine kleine Weile in München gewohnt hatte schrieb mich ein Freund aus Köln an, der mir diese Kampfkunst damals schmackhaft gemacht hatte, und eröffnete mir die Möglichkeit mit Dennis und den anderen im Westpark zu trainieren. Keine 5 Minuten später schrieb ich ihm eine E-Mail und erschien kurz darauf beim Training. Obgleich ich dabei eine meines Erachtens nach peinliche Figur machte und aufgrund der Hitze und einem schwachen Kreislauf vier mal umgekippt bin, nahm ich mir vor, dieses mal keinen Rückzieher zu machen – die beste Entscheidung, die ich seit langem getroffen habe.
In wirklich freundlicher Gesellschaft, Training im Freien und mit einem herausragendem Lehrer habe ich in nur wenigen Wochen mehr erreicht, als ich mir jemals erhofft hätte. Er fordert einen, treibt einen an die eigenen Grenzen, fördert einen aber auch gleichermaßen und hilft dabei, diese Grenzen zu überwinden. Mir wurde bewusst, warum man Kung-Fu mit "harter Arbeit" übersetzt und dass in dieser die einzige Möglichkeit lag, tatsächlich vorwärts zu kommen – sowohl in der Kampfkunst als auch im eigenen Leben. |
| Die gesunde Mischung aus ausgiebigem Aufwärmen und Vordehnen, körperlich anstrengenden Übungen, meditativem Qi-Gong und praktischen Anwendungen fördert aktiv die eigene Gesundheit und erlaubt einen bewussten Umgang mit dem eigenen Körper. In weniger als drei Monaten habe ich aktiv mitansehen können, wie sich mein körperliches und geistiges Befinden stark zum Positiven verändert hat: Mein Kreislauf hat sich stabilisiert und selbst in der rekordverdächtigen Hitze von 36° in der Mittagssonne wurde mir nicht im geringsten schwindelig, trotz Regen und Kälte im überaus dürftigem Frühling wurde ich nicht ein einziges mal Krank und das Training und allem voran die damit verbundene Philosophie hilft mir nach und nach dabei, besser mit mir selbst und widrigen Umständen klar zu kommen. |

| Man muss sich natürlich erst dafür öffnen und Vertrauen haben, sowohl in sich selbst als auch in die Lehren, die einem vermittelt werden. An Punkten, an denen man nicht mehr weiter kommt stehen einem alle Mitglieder von Wudang München zur Seite und helfen einem, kleinere und größere Hindernisse zu überwinden, wodurch man im Training überraschend schnell voran kommt, und jedes kleine Erfolgserlebnis hat mich dazu angetrieben, weiter zu machen, in der Gewissheit, dass es mir wirklich etwas bringt. |
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So kann ich abschließend sagen, dass Wudang Pai eine besondere Kunst ist, die sich nicht nur auf Angriff und Verteidigung beschränkt sondern auf den Menschen im Ganzen eingeht, körperlich wie auch geistig, und einen dadurch vorantreibt. Mir persönlich hat es sehr viel gebracht und ich bin sicher, dass ich noch vieles lernen kann und werde.
Liebe Grüße Jules |



